Balance zwischen Speedlite und Umgebungslicht

Die Entscheidung ob ich mit Umgebungslicht oder nur mit Speedlites arbeite, ist primäre von meiner Vision für die jeweilige Aufnahmesituation abhängig. Lichtquellen können beliebig kombiniert werden und dabei können interessante Effekte erzielt werden. Mit der Belichtungskorrektur kann ich mit E-TTL II jede Lichtquelle als Führungs-, Aufhell- oder Effektlicht einsetzen.

Umgebungslicht als Führungslicht

Wenn Richtung und Qualität des Umgebungslichts zufrieden stellend sind, ist es ideal als Führungslicht. Die Betriebsarten Verschlusszeitautomatik (AV), Blendenautomatik (TV) und manuelle Belichtung (M) sind auf die korrekte Belichtung des Umgebungslichts programmiert. Die Belichtungskorrektur hilft mir bei Bedarf die Belichtung dem Motiv anzupassen und die Lichter im Histogramm richtig zu platzieren.

Wenn der Kontrast der Szene zu hoch ist kommt ein Speedlite als Aufheller zum Einsatz:

Speedlite als Aufhellung

Durch den zusätzlichen Einsatz eines Speedlites reduziere ich den Kontrast des Umgebungslichts. Die Kamera ermittelt dank E-TTL II die ideale Balance zwischen Umgebungslicht und Aufhellblitz. Bei ausreichend Umgebungslicht reduziert der Digic-Prozessor der Kamera automatisch die Blitzleistung um nur das Motiv aufzuhellen. Um den Kontrast weiter zu optimieren kann eine zusätzliche Blitzbelichtungskorrektur manuell angewandt werden.

Wenn ich diese automatische Aufhellung nicht benötige, wechsle ich im Menü Funktionseinstellung int./ext. Blitz von Mehrfeld- auf Integral-Blitzbelichtungsmessung. Dies ist besonders in Aufnahmesituationen mit hohem Kontrast ratsam wo der Computer in der Kamera an seine Grenzen stößt. Ich nutze diese Einstellung auch immer wenn dem Blitz als Führungslicht mehr Bedeutung zukommt. In dieser Einstellung bekomme ich konsistentere Ergebnisse da die Blitzbelichtungsmessung die gesamte Szene und nicht nur das Hauptmotiv erfasst.

Speedlite als Führungslicht

Wenn das vorhanden Umgebungslicht ungeeignet ist, kann die Lichtführung mit E-TTL neu komponiert werden. Eine Strategie besonders wirkungsvoll für Event-Fotografen und Momentaufnahmen.

Um das Speedlite zum Führungslicht zu erheben, unterbelichten wir das vorhandene Umgebungslicht mit ca. 2 Lichtwerten. Bei AV und TV führen wir eine Belichtungskorrektur mit “-” durch. Bei manueller Belichtung (M) erhöhen wir die Verschlusszeit und/oder verkleinern die Blende.

Tip: Bei Events verwende ich die manuelle Belichtung mit der Ausgangsbasis ISO 400, 1/60, f/4.0. Dies ermöglicht ein angenehmes Umgebungslicht kombiniert mit dem Speedlite als Führungslicht, eine moderate Tiefenschärfe und eine gute Bildqualität. Um nun das Umgebungslicht etwas abzudunkeln reduziere ich die Verschlusszeit um 2 Lichtwerte auf 1/250s.

Bei allen primär von hinten beleuchteten Aufnahmeobjekten (Gegenlicht bei hellen Fenstern, Sonne,..) ist der Einsatz des Speedlites als Führungslicht empfehlenswert. Mit der Belichtungskorrektur wird der helle Hintergrund bei Bedarf korrigiert und mit der Blitzbelichtungskorrektur die Stärke des Blitzes für das im Schatten befindliche Motiv angepasst.

Beim Einsatz als Führungslicht wird die Belichtung mit der Blitzbelichtungskorrektur immer im Bereich der Lichter abgestimmt um hohe Bildqualität und guten Kontrast zu erzielen.

Umgebungslicht als Aufhellung

Nachdem ich das Speedlite als Führungslicht abgestimmt habe, wird bei Bedarf das Umgebungslicht als Aufhellung eingesetzt um den Kontrast zu steuern. Im P, AV oder TV Modus wird das Umgebungslicht mit -1 bis -2 Lichtwerten korrigiert. Im manuellen Modus wird mit der Verschlusszeit entsprechend unterbelichtet. Reflektoren bieten zusätzlich eine gute Möglichkeit die Qualität und Richtung des Umgebungslichts zu verbessern.

Analysiert das Histogramm und beobachtet das aufgenommene Bild am LCD im Bezug auf den Effekt jeder einzelnen Lichtquellen. Trefft Entscheidungen über die Qualität des Lichts und passt die Einstellungen für das Umgebungslicht und TTL Blitz entsprechend an.

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